Unsere Damen holten wieder Silber...

 

Vom 29.April bis 5. Mai 1990 fanden in Danzig/Polen die 3.VB-Europameisterschaften statt. Deutschland war dort mit einer Damen- und einer Herrenmannschaft vertreten., die sich darauf gut vorbereitet hatten. Bereits am 27.April trafen wir uns alle in Berlin zur Abfahrt. Mit uns im Bus fuhr auch die DDR-Mannschaft mit. Dabei hatten wir viel Gelegenheit, uns über gemeinsame Interessen zu unterhalten. Die Fahrt verging dadurch wie im Fluge.Im ersten Spiel gegen Norwegen ließen unsere Damen nichts anbrennen und gewannen mit 3:0. Auch gegen Italien zeigte sich die deutsche Mannschaft von der besten Seite und gewannen mit 3:0. Das Spiel gegen die Schweiz gewannen unsere Damen wiederum mit 3:0. Die Entscheidung, wer Europameister wird, musste dann im Spiel gegen UdSSR fallen. Die Spielerinnen der deutschen Mannschaft hatten sich sehr viel vorgenommen, denn nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Weltspielen in Neuseeland (die UdSSR-Damen waren nicht dabei), wollten sie unbedingt auch Europameister werden, auch wenn nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 4 Stammspielerinnen aufgehört hatten. Bereits im 1.Satz beim Spiel gegen die UdSSR konnte man erkennen, dass beide Mannschaften gleich stark waren. Auf beiden Seiten wurde erbittert gekämpft. 0:2 lagen wir anfangs zurück, konnten dann aber auf 5:3 davonziehen. Bis zum 8:8 hielten wir noch mit, dann passierte es: bei einem Zusammenprall mit einer anderen deutschen Spielerin wurde unsere beste Spielerin Bettina Steup verletzt. Diese Verletzung behinderte sie sehr stark. Trotzdem kämpfte sie weiter, doch verloren diesen Satz mit 15:8. Auch im 2.Satz wurde erbittert gekämpft. Mit 5:1 lagen wir am Anfang nach vorne. Die UdSSR holte auf und schaffte noch 14:8 für sich. Aber unsere Mannschaft ließ nicht locker und kam auf 14:14, und sogar 15:14. Mit einer Aufgabe hätte hier alles klar gemacht werden können, doch der Ball landete ins Aus, was überhaupt nicht nötig war. So ging dieser Satzgewinn mit 17:15 an die UdSSR. Im 3.Satz hatten wir die Russen besser unter Kontrolle und ließen nichts anbrennen. Mit 15:8 konnten wir diesen Satz gewinnen. Auch im 4.Satz hielten wir sehr gut mit. Es sah nach einem Entscheidungssatz aus, doch Bettinas Verletzung wurde immer schlimmer, so dass sie ausgewechselt werden musste. So verloren wir diesen Satz mit 15:10 und mussten den Europameistertitel der UdSSR überlassen. Mit einer gesunden Bettina Steup wäre alles anders gelaufen. Ärgerlich war auch, dass einige die Aufgaben verschenkt oder ständig Stellungsfehler begangen haben. Ohne diese Fehler hätten wir den 1. und 2.Satz bestimmt gewonnen. Leidtragende war oft Bettina Wirtz (heute Brauns). Sie stand fast immer in günstiger Angriffsposition und wenn sie angespielt worden wäre, hätte sie sicher gepunktet. Am Schluss waren unsere Spielerinnen enttäuscht und in Tränen aufgelöst. Sie haben aber hervorragend gespielt und ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass sie besser waren als die UdSSR-Damen. Bei der Siegerehrung wurden nicht nur Medaillen vergeben. Auch die besten Spieler und Spielerinnen sowie die jüngsten Spieler/Spielerinnen wurden geehrt. Beste Spielerin bei dieser Europameisterschaft war unsere Bettina Steup. Darüber waren wir sehr stolz und es war für uns alle wie ein Trostpflaster.

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